Ab 2. September 2021 - 27. Februar 2022

Berlin – City of Relevance

Eine Ausstellung zum 50. Jahrestag des Viermächte-Abkommens

Berlin – City of Relevance erinnert an den 50. Jahrestag des Viermächte-Abkommens vom 3. September 1971. Die neue Sonderausstellung wurde vom britischen Künstler Rick Buckley kuratiert und beschreitet neue Wege der Präsentation und Interpretation historischer Objekte. Auf Einladung des AlliiertenMuseums setzte sich Buckley mit den Konferenztischen auseinander, an denen das Viermächte-Abkommen ausgehandelt wurde und die Teil der Museumssammlung sind.

Der Künstler, der in Berlin lebt und arbeitet, stellte am Schauplatz der Verhandlungen – dem Gebäude des Alliierten Kontrollrats, heute wieder Kammergericht – das historische Setting in einer filmischen Re-Inszenierung nach. Seine Videoproduktion „The Ambassador“ ist nun das Kernstück der Ausstellung.

Seit Kriegsende 1945 unterstand Berlin der gemeinsamen Hoheitsgewalt der vier Mächte, war aber im Ost-West-Konflikt zu einem immerwährenden Zankapfel geworden. Während Ost-Berlin längst in die DDR und damit das sowjetische Machtimperium integriert war, war die Situation der westlichen Stadthälfte zunehmend prekärer geworden. West-Berlin war wie eine Exklave von der DDR umschlossen und gehörte der Bundesrepublik nur eingeschränkt an. Seine Lebensfähigkeit stand auf dem Spiel.

Möglich wurden die Verhandlungen der vier Mächte durch die Entspannung des Ost-West-Konflikts in Europa und beim globalen Kräftemessen. Berlins Viermächte-Status blieb zwar unangetastet. Er wurde aber dadurch stabiler, dass die UdSSR sich verpflichtete, ihn nicht weiter zum Vorteil Ost-Berlins verändern zu wollen. Das Viermächte-Abkommen machte den Transitverkehr von und nach West-Berlin durch die DDR berechenbar, Besuche aus West-Berlin in der DDR möglich und die Beziehungen West-Berlins zur Bundesrepublik beständig.

Im geografisch und politisch isolierten West-Berlin stellte sich nach dem Abkommen eine gewisse Normalität ein. Diese blieb jedoch „abnormal“ genug, um den Mythos einer „Insel“ mitzuformen, der West-Berlin auch heute noch in der Rückschau auf die 1970er und 1980er Jahre umgibt.

Ein Grundmotiv von Rick Buckleys Werks ist die Erkundung der ungewissen und oft verschwimmenden Grenze zwischen Wahrheit und Mythenbildung, Realität und Fiktion. Dabei knüpft er an die Tradition an, Geschichte(n) mit künstlerischen Mitteln weiterzuführen und neu zu erfinden – sei es mit Skulpturen, Fotografien, Installationen, Video/Film oder in Buchform.

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